Heute führe ich ein ganz normales Leben als Frau


Mein Leben heute hat sich nach einem dramatischen Finale normalisiert. Mit den psychischen Folgen durch die Jahrzehnte lange Identität Spaltung habe ich gelernt umzugehen. Allerdings beeinträchtigen diese meine körperlichen Leistungen. Es fällt mir schwer länger auf Dinge zu konzentrieren. Es ist zeitweise unmöglich und so dass ich nicht schreiben oder lesen kann. Deshalb verzeiht bitte meine Schreibfehler die auf meinem Blog auftauchen. Oftmals erkenne ich Schreibfehler nur viel später oder überhaupt nicht. Ich bin ganz froh dass es mittlerweile die Spracheingabe gibt und ich nicht meine Texte per Hand eintippen muss. Mich auch noch auskippen zu konzentrieren ist für mich extrem schwierig da meine Leistungsfähigkeit dabei sehr schnell abfällt. Das ist nur ein Beispiel aus den Folgen einer jahrzehntelangen psychischen Belastung. Deshalb sollten Betroffene mit einer Identitätsstörung ihr Problem nicht ständig vor sich herschieben wie ich es gemacht habe.

Natürlich habe ich das auch nicht gewollt vor mich hergeschoben sondern aus Scham, Angstgefühl usw mich niemanden anvertraut. Und an dieser Stelle kann ich schon einmal sagen, transsexualität ist nicht therapierbar. Menschen die diese Identitätsstörung in sich tragen werden diese ein Leben lang haben. Bei mir war dieses Gefühle ein Leben lang gleichbleibend aber mit zunehmenden Alter hatte ich immer weniger Kraft dagegen anzugehen. Das muss auch kein Mensch dagegen angehen, ganz im Gegenteil betroffenen kann heute sehr gut geholfen werden. Auch in Deutschland gibt es gute Operateure die betroffene Transsexuelle oder intersexuelle Menschen mit einer geschlechtsangleichenden OP das wieder zurückgeben was die Natur vermasselt hat. Transsexualität oder Intersexualität ist nicht schlimmes oder ansteckendes, es ist einfach eine Laune der Natur. Transsexualität oder Intersexualität ist man nicht einfach sondern man wird damit geboren. Heute liest man oft von einer zunehmenden Modeerscheinung. Das ist völliger Quatsch nach meinem Empfinden. Da werden Travestie, Dwt usw mit Transsexualität und Intersexualität vermischt. An dieser Stelle möchte ich ganz kurz den Begriff transsexualität und intersexualität erklären. Die Begrifflichkeiten haben nichts mit einer sexuellen Orientierung zu tun, anders als bei dem Begriff homosexualität, wobei es da tatsächlich um eine sexuelle Orientierung geht. Transsexualität ist eine schwere Identitätsstörung und Intersexualität ist im Volksmund bekannter als Zwitter. Bei intersexuellen Kindern, wobei dieses bei der Geburt festgestellt wurde, wurde meist schon sehr früh von den Eltern eine Entscheidung getroffen welchem Geschlecht ihr Kind zugewiesen wird und dies operativ auch durchgeführt. Oftmals mit fatalen Folgen für die Betroffenen, da sie nicht immer dem gefühlten Entspricht. Deshalb wartet man heute mit der OP bis die betroffene Person so alt ist um selbst entscheiden zu können. Transsexualität lässt sich nur nachweisen indem die Betroffenen sich öffnen und sich ihren Eltern, einen Arzt oder einer vertrauensvollen Person anvertrauen. Nur wenn man es rechtzeitig behandelt können die Spätfolgen die durch eine gespaltene Lebensweise herbeigeführt werden vermieden werden. An dieser Stelle auch noch mal gesagt: Ich bin kein Arzt oder Psychologe sondern schreibe nur über das was ich aus meiner eigenen Situation und Lebensweg erfahren habe und weiß.

Transsexuelle Menschen leiden extrem unter ihrer Identitätsstörung. Und noch einmal! Es ist nicht therapierbar und daher sollten diese Menschen nicht belächelt oder gar ausgelacht werden. Es kommt ja auch keiner mit einem normalen Verstand ausgestattet auf die Idee jemanden in einem Rollstuhl aus zu lachen was in der Regel auch nicht therapierbar ist. Gerade Transfrauen sind oftmals dem Gespött der Gesellschaft ausgeliefert. Oftmals haben diese Frauen durch die vorhergehend falsche Zuteilung des Geschlechts die männliche Pubertät durchlaufen und oftmals auch jahrzehntelang als Mann gelebt mit dem Bewusstsein zu wissen eigentlich eine Frau zu sein. Es kann sich jeder einzelne einfach nur mal vorstellen es wäre bei ihm so. Ich denke alleine dies löst ein Unwohlsein schon aus. Man kann sich wohl vorstellen was da bei den betroffenen Personen erst vor sich geht. Durch die Pubertät haben diese Transfrauen natürlich eine maskuline Stimme oder Bartwuchs und so weiter. Dies alles kann vermieden werden wenn schon vor der Pubertät ein Arzt mit hinzugezogen wird. Durch die richtige Behandlung durchläuft das Kind erst gar nicht die männliche Pubertät. Somit werden spätfolgen wie z.b. Kehlkopfoperation oder die schmerzhafte Nadelepilation zur Barthaar – Entfernung vermieden. Nein, Eltern tun meiner Meinung nach ihren Kindern nichts Gutes wenn sie zu lange warten und dabei hoffen das ist nur ein Spleen ihres Kindes ist. Oftmals lassen Eltern aus Schamgefühl ihre Kinder lieber leiden. Dies ist meiner Meinung nach sehr egoistisch, da es nur um das Wohl der Eltern geht und nicht mehr um das Wohl ihrer Kinder. Warten die Eltern zu lange und lassen ihre Kinder die Pubertät durchlaufen setzen sehe ihr Kind früher oder später zwangsläufig Schmerzen aus. Denn vieles kann vermieden werden wenn früh genug ein Arzt hinzugezogen wird. Es gibt auch Selbsthilfegruppen und Interessenverbänden wie z.b. die trans-ident e.v. oder die dgti. Viele hilfreiche Informationen kann man auf deren Webseiten entnehmen. Also einfach mal googeln.

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Verfasst von

Ich bin Hannah und warum blogge ich? Meine Vergangenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und zu einem Zusammenbruch geführt. Bloggen hilft mir mich davon abzulenken. Ich schöpfe aus meinem bloggen Energie und Freude. Es ist für mich nicht einfach mich auf Texte zu konzentrieren und diese zu schreiben, aber dennoch mache ich es und bloggen ist zu meinem Hobby geworden. Gott sei Dank gibt es heute die Spracheingabe und es fällt mir somit viel leichter Texte zu schreiben, da die Konzentration bei mir schnell abfällt. Wie gesagt, mein Bloggen hat keinen tiefgreifenden Hintergrund, sondern einfach nur meinen Alltag. Das hilft mir bei der Bewältigung meines Erlebten und bringt mir ein stückweit Lebensfreude.

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