Ist eigentlich Trans-ident sein ansteckend


Manche glauben ja allen Ernstes das Transgender sein eine Modeerscheinung ist. Also das mal vorweg, Transident sein ist weder ansteckend, noch kann man sagen ich will es werden. Nach meinen Erfahrungen kann ich sagen, als Transident wird man geboren. Wenn jemand sagt, ich will auch ein Transident sein, ist dies wohl eher in der Kategorie Travestie oder Dwt zu sehen. Ich kann von mir aus sagen, dass ich schon als Kind wusste, dass bei mir etwas nicht stimmig ist und ich im falschen Geschlecht lebe. Das Problem war, dass ich in den 60er Jahren geboren wurde und es zu dieser Zeit nicht die Aufklärung gab die es heute gibt. Zudem war die gesellschaftliche Ächtung zu dieser Zeit um einiges höher als es heute noch ist. Ich habe vor kurzem mal irgendwo gelesen, das jedes fünfte Kind von hunderttausend ein trans-ident ist. Jetzt kann man natürlich sagen das ist nicht viel, aber für meinen Geschmack sind das zu viele Kinder die leiden müssen, wenn die Gesellschaft wegschaut oder diese Kinder, später Erwachsene, belächelt oder gar verachtet. Nur noch einmal zur Erinnerung, man wird nicht einfach trans-ident, sondern man wird so geboren. Und niemand kann etwas dazu wie er geboren ist, ob schwarz oder weiß, ob blond oder braun, als Junge oder Mädchen. Es ist so wie es ist. Und so ist es auch mit Transidenten und das ist gut so!

Und Eltern müssen auch wirklich keine Angst haben, wenn Ihr Kind mit einem transidenten Kind spielt, dass ihr eigenes Kind auch so wird. Oftmals müssen transidente Menschen aus meiner Generation einen langen Leidensweg gehen bis sie ihr gefühltes Geschlecht leben können. Am Ende entsteht oftmals durch die jahrzehntelange gelebte Zerrissenheit, Depressionen, körperliche Beschwerden, geringe Belastungsgrenzen usw. Alles das kann vermieden werden, wenn man es nicht so macht wie ich und alles in einen Rucksack packt und diesen jahrzehntelang mit sich rum schleppt, sondern in jungen Jahren an das gefühlte Geschlecht angepasst wird. Heute kann ich sagen dass ich angekommen bin, und körperlich und geistig den weiblichen Anschauungsbild entspreche. Manchmal denke ich warum hast du das nicht früher gemacht. Aber es ist alles gut so wie es ist. Ich habe mittlerweile gelernt dass meine Belastungsgrenzen niedrig sind und kann damit umgehen. Beruflich habe ich den freien Fall von der Vertriebsleitung bis kurz vor Hartz IV durchlaufen. Verloren habe ich alles was ich in meinem Leben aufgebaut habe. Übrig geblieben war nur meine Tochter. Die wichtigste Person in meinem Leben hat immer und tut es auch noch zu mir stehen. Das alles kann man natürlich vermeiden indem man sich dieser Sache stellt, denn ich kann aus eigener Erfahrung sagen es holt einen immer ein. In jungen Jahren so sein Leben aufzubauen in dem Geschlecht dass man sich zugehörig fühlt kann sehr erfolgreich sein. Wenn man zu lange wartet und sein Leben schon im falschen Geschlecht aufgebaut hat kommt es oftmals zum Zusammenbruch und man fängt von ganz von vorne an. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass es im Alter schwer ist. Und an dieser Stelle kann sich jeder einzelne einfach nur mal gedanklich vorstellen, er würde alle seine Lieben verlieren, sowie die Arbeit und käme zu allem Überfluss in den finanziellen Ruin. Zudem kommt dass der Freundeskreis sich in Luft auflöst und man stellt fest dass Menschen einem aus dem Weg gehen, die vorher noch auf einen zu gegangen sind. Ich glaube dass es da kaum Menschen gibt die das wegstecken. Mir ging es wie viele andere aus meiner Generation auch so, dass ich einen jahrzehnte langen Leidensdruck hatte bis zum Zusammenbruch. Und dann kommen diese Dinge noch on top obendrauf. Die meisten würden schon zusammenbrechen wenn Sie Ihren Partner oder den Arbeitsplatz verlieren. Für transidente Menschen ist das schon fast normal. Das hört sich schon etwas makaber und fast schon bizarr an.

Mein Fazit: Einfach offen mit diesem Thema umgehen und ernst nehmen. Hinterrücks tuscheln und transidenten Menschen belächeln ist nicht hilfreich und weist eher empathische Defizite auf.

Werbeanzeigen

Verfasst von

Ich bin Hannah und warum blogge ich? Meine Vergangenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und zu einem Zusammenbruch geführt. Bloggen hilft mir mich davon abzulenken. Ich schöpfe aus meinem bloggen Energie und Freude. Es ist für mich nicht einfach mich auf Texte zu konzentrieren und diese zu schreiben, aber dennoch mache ich es und bloggen ist zu meinem Hobby geworden. Gott sei Dank gibt es heute die Spracheingabe und es fällt mir somit viel leichter Texte zu schreiben, da die Konzentration bei mir schnell abfällt. Wie gesagt, mein Bloggen hat keinen tiefgreifenden Hintergrund, sondern einfach nur meinen Alltag. Das hilft mir bei der Bewältigung meines Erlebten und bringt mir ein stückweit Lebensfreude.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.