Ist Transexualität ansteckend – Wie wird man transsexuell – Was bedeutet transsexuell


Ich bin gefragt worden, ob ich nicht noch einmal mehr über das Thema transexualität schreiben kann. Das möchte ich gerne tun und werde mich diesem Thema hauptsächlich nun vorerst widmen.

Ganz schön viele Fragen um den Begriff transsexuell! Tja, wer damit noch nichts zu tun hatte, wird wohl an Travestie denken und wahrscheinlich geht einem direkt Olivia Jones durch den Kopf. Aber das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun. Auch hat Transsexualität gar nichts mit Sexualität zu tun. Leider ist dieser Begriff für Außenstehende etwas verwirrend. Es handelt sich hierbei aber eben nicht um eine sexuelle Orientierung, sondern vielmehr um die wahrgenommene Persönlichkeit. Man könnte auch sagen Persönlichkeitsstörung. Dies wird leider medizinisch noch so diagnostiziert. Denn auch dieser Begriff ist sehr verwirrend und hierbei könnten wiederum Außenstehende meinen, es läge dabei eine geistige Störung vor. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, das mein Persönlichkeitsempfinden zu meinem heutigen Geschlecht schon in meiner Kindheit da war und ausgeprägt wahrgenommen wurde im pubertären Alter.

Transsexualität ist ganz bestimmt nicht eine Spinnerei und auch nicht ansteckend! Man kann es auch nicht einfach werden, sondern man wird damit geboren. Irgendein Defekt liegt vor, indem das Innere Empfinden kontrovers zum äußeren Erscheinungsbild ist. Da ist sich die medizinische Forschung noch nicht einig wie es zu diesem Defekt überhaupt kommt. Ist es überhaupt ein Defekt? Oder ist es vielleicht ganz normal in der Natur und der Evolution des Menschen. Vieles lässt sich noch nicht erklären und für manche ist dies befremdlich. Außenstehende sind oft verunsichert und wissen nicht wie sie sich verhalten sollen. Daher kommt es in Extremfällen zum Gespött und sonstigen Anfeindungen. Aber das ist wieder ein anderes Thema, worüber man einen eigenen Beitrag schreiben kann.

Eine Zeitlang hatte man tatsächlich geglaubt, dass man transsexuelle Menschen therapieren müsste und auch heilen könnte. Heute weiß man dass dies völliger Quatsch war und ist. Transsexualität ist nicht therapierbar und braucht auch nicht geheilt zu werden, da nichts zum Heilen daran ist. Krank macht lediglich der seelischer Druck, die innere Zerrissenheit und der Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben. Oft kommt es dadurch zu Problemen, sein Erlebtes zu empfinden. Durch den enormen psychischen Druck sein empfundenes Geschlecht zu unterdrücken, kommt es in der Regel oft zu gesundheitlichen Problemen bis hin zu schweren Depressionen und Suizid. Vom Tage des Outings bis zum Ziel als Frau leben zu können, ist es ein extrem steiniger und hölzerner Weg. Auch heute noch ist Transexualität nicht wirklich in der Gesellschaft als Normalität wahrgenommen. Nach meinen Erfahrungen habe ich feststellen müssen, dass ganz junge Menschen mit dem Umgang einer Transsexuellen Frau oder einem Transsexuellen Mann oftmals sehr verunsichert sind. Gerade junge Männer haben eine spürbare Angst im Umgang mit Transsexuellen. Verwundert war ich, dass ausgerechnet ältere Menschen die wenigsten Probleme damit hatten. Es liegt wohl an der Lebenserfahrung, und dem Wissen dass nichts unmöglich ist, das ältere Menschen den Jüngeren darin voraus sind und somit eine größere Toleranz zu transsexuellen Menschen haben. Man könnte glatt glauben dass eben die jüngeren Menschen, die heutzutage viel aufgeklärter sind als früher, in dieser Richtung toleranter wären. Aber da macht wohl die Unsicherheit ein Strich durch die Rechnung!

Am Ende ist alles gut

Es braucht auch niemand Angst davor zu haben, wenn seine Kinder mit einem transsexuellen Kind spielen, dabei auch transsexuell würden. Transsexualität ist kein Spleen den man soeben bekommt. Dieses Empfinden hat man ein Leben lang. Und da kann ich auch aus eigener Erfahrung sprechen! Man kann versuchen dieses Empfinden zu unterdrücken. Aber am Ende des Tunnels bleibt oftmals nur ein Scherbenhaufen. Denn man kann Transexualität nicht unterdrücken. Wie mehr man versucht dieses Empfinden zu unterdrücken, umso größer wird am Ende die psychische Belastung sein. Ich habe es versucht Jahrzehte zu unterdrücken, und der seelische Druck stieg von Jahrzehnt zu Jahrzehnt und somit auch Krankheitserscheinungen die aus dieser enormen psychischen Belastung entstanden sind. Es ist nicht die Transsexualität die krank macht, sondern vielmehr dass, das man nicht sein Leben so leben kann wie das selbst erlebte empfinden ist. Unser Leben ist stark visuell geprägt. Und da ist es für viele schwer nachvollziehbar wie jemand glaubt eine Frau zu sein und aussieht wie ein Mann. Das kann doch nicht sein! So ein gutaussehender Mann und glaubt dann er wäre eine Frau! Das wird oft gesagt, eben weil das Leben visuell geprägt ist. Zudem wird in zwei Kategorien gedacht. In männlich und in weiblich! Aber mittlerweile ist es bewiesen, dass es da noch mehr gibt. Vor allem in der Forschung über Intersexualität ist man zu verblüffenden Ergebnissen gekommen. Mittlerweile weiß man, dass es mehr als nur männlich und weiblich gibt. Ich bezeichne mich heute als Frau mit transgeschlechtlichen Hintergrund. Ich bin auch komplett dem weiblichen Geschlecht zugeordnet und habe auch eine geschlechtsangleichende Operation gehabt. Alle notwendigen Korrekturen sind gemacht worden die dazu gehören. Inklusive Veränderung meiner Geburtsurkunde!

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