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Transmenschen und das Outing im Beruf.

Oft wurde ich schon gefragt, wie das Outing bei meinem Arbeitgeber damals verlief. Irgendwann kam der Tag an dem ich es machen musste. Es war klar, durch die Hormontherapie wurde der Prozess der Feminisierung in Gang gesetzt. Ich nahm damals schon einige Monate die Östrogene und der Körper fing an sich zu verändern. Irgendwann setzte dann das Brustwachstum ein. Eine Zeitlang konnte ich dies im Beruf verstecken. Aber letztendlich kommt man irgendwann an die Stelle an der es nicht mehr geht. Das war der Zeitpunkt als ich mich bei meinem Arbeitgeber outete.

Also vereinbarte ich mit meinem Chef einen Besprechungstermin. Als ich dann zu ihm ins Zimmer kam und ich fragte ob ich die Tür schließen dürfte, da hat er wohl angenommen dass ich kündigen wollte. Aber dem war nicht so! Ich wollte ihm von mir erzählen und von der Transsexualität. Also teilte ich ihm mit, dass ich schon einige Untersuchungen hinter mir hätte und letztendlich er es nicht mit einem Mann sondern mit einer Frau zu tun hat. Sie können sich vorstellen, dass meinem Chef sämtliche Gesichtszüge am entgleisen waren. Er hat wohl mit allem gerechnet, aber nicht damit. Schließlich fragte er mich was auf ihn zukommen würde. Nun ja, irgendwann hat er nicht mehr mich als Mitarbeiter sondern vielmehr als Mitarbeiterin in seinem Unternehmen. Zudem war ich schon mittendrin im TSG, dem Transsexuellengesetz und lebte bereits privat schon als Frau. Dieses wollte ich nun auch in meinem Beruf umsetzen. Schließlich willigte mein Arbeitgeber ein und wir besprachen, in einer Mitarbeiterversammlung den Kollegen und Kolleginnen das mitzuteilen.

An dieser Stelle möchte ich mitteilen, dass dieser Text mit einem Sprachassistenten geschrieben worden ist und eventuelle Fehler bitte ich zu entschuldigen.

Also kam es dann zu dieser besagten Mitarbeiterversammlung und mein Chef teilte dem Kollegenkreis mit, dass ich etwas mitzuteilen hätte. Also fing ich an und es wurde mucksmäuschenstill um mich herum. Man konnte förmlich eine Stecknadel fallen hören! Als ich dann fertig war mit meiner Erzählung und meiner Geschichte, war es immer noch mucksmäuschenstill. Bis dann ein Kollege fragte, ob er meine Männer Klamotten haben dürfte. Wir fingen alle an zu lachen und endlich war das Eis wieder gebrochen. Die Kollegen und Kolleginnen waren in den nächsten Monaten sehr freundlich und zuvorkommend zu mir. Allerdings wollte mein Arbeitgeber sich dann doch von mir trennen. Dies habe ich auch von anderen Transfrauen oft gehört, dass es letztendlich irgendwann zu einer Kündigung kommt. Gründe einer Kündigung lassen sich in der Regel auf kurz oder lang immer finden. Dem kann man sich wahrscheinlich nur eine Zeitlang erwehren.

Letztendlich habe ich persönlich es nicht mehr geschafft am Berufsleben teilzunehmen. Das hatte verschiedene Gründe und letztendlich kamen dann gesundheitliche Aspekte hinzu. Transsexualität ist keine Krankheit! Aber die Begleiterscheinungen wie Verlust des Arbeitsplatzes, des Freundeskreises, Verluste in der Familie, der finanzielle abrutscht, das ständige Doppelleben zwischen Mann und Frau, Ausgrenzung in der Gesellschaft, und vieles mehr führen oftmals zu Erkrankungen. Vielen Transfrauen und Transmännern geht es so. Aber letztendlich geht der Zug des Lebens immer weiter und daran sollte auch jeder festhalten.

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