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Transsexuellengesetz 

Stand 22.03.22

Für wen ist das Transsexuellengesetz? Es dient für Personen, die wegen ihrer Transsexualität nicht mit ihrem eingetragenen Geburtsgeschlecht stimmig sind. Es besteht das Empfinden dem anderen Geschlecht zugehörig zu sen. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden Ihren Vorstellungen entsprechend zu leben.

Das Gesetz über die Änderung von Vornamen oder Geschlechtszugehörigkeit nennt man das Transsexuellengesetz (TSG). Das Transsexuellengesetz ist vom 10. September 1980. Mit anderen Worten es ist ein alter Schinken und bedarf nach meinen empfinden einige Änderungen oder gar Abschaffung.

Die Betroffenen haben die Möglichkeit zwei Verfahren zu durchlaufen. Zum einen ist es die Vornamensänderung ohne die Änderung des registrierten Geschlechts nach §§ 1 – 7 TSG. Diese Änderung wird auch als kleine "Lösung" bezeichnet. Wobei die Vornamens -  Personenstandsänderung als "große Lösung" bezeichnet wird. In diesem Fall wird der Geschlechtswechsel in die Geburtsurkunde eingetragen.

Allerdings müssen für die Änderungen Voraussetzungen erfüllt sein. Logischerweise muss ich der Antragsteller dem anderen Geschlecht als zugehörig empfinden und dies schon mindestens seit drei Jahren. Glaubhaft sichergestellt sein dass der Antragsteller mit hoher Wahrscheinlichkeit das empfundene Geschlecht nicht mehr ändern möchte. Um dies sicherzustellen, fordert das Gericht zwei unabhängige Gutachten von Sachverständigen welche sich mit dem Thema der Transsexualität auskennen und den entsprechend geschult sind. In der Regel ordnet das Gericht eigene bestellte Gutachter an. Ohne diese Gutachten und darf und das Gericht den Antrag nicht stattgeben.

Im übrigen ist ein Wechsel in der rechtlichen Geschlechtszugehörigkeit nicht mit einer Änderung des Vornamens verbunden. Aber ich glaube das kommt nur selten vor. Die meisten, welche diesen Schritt gehen, ändern dann auch passend zu dem gelebten Geschlecht den Vornamen.

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Wer diesen Weg anstrebt und möchte in naher Zukunft den Geschlechterwechsel vollziehen, braucht dementsprechend fachkundige Ärzte. Die meisten Ärzte welche sich mit dieser Materie auskennen lehnen sich an die Verfahrensweise des Transsexuellengesetz. Dementsprechend ist auch der Ablauf der Indikationen der gegengeschlechtlichen Maßnahmen. Dies ist vor allem wichtig für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Voraussetzung für verschiedene Kostenübernahmen sind die dementsprechenden Indikationen und Genehmigungen durch das MDK. Sollten diese nicht erfüllt sein wird zum einen das MDK nicht zustimmen und zum anderen die Krankenkassen eine Kostenübernahme verweigern. Um dieses Risiko zu minimieren sollte das Vorgehen genau mit dem Arzt besprochen sein.

Der Psychiater oder Psychologe Indikationen 

Die erste Hürde für Betroffene ist einen erfahrenen Psychiater oder Psychologen zu finden. Soweit dieser die Fähigkeiten besitzt ein psychologisches Gutachten für das Gericht zu schreiben, wird oftmals dieser vom Gericht als einer der Gutachter anerkannt. Das erspart den Betroffenen fremden Menschen bzw Gutachtern sich bis auf die Seele zu öffnen. Die Verfahrensweise wird oft von Betroffenen als eine Demütigung empfunden. Hat man nun diesen gefunden, so bedarf es zwei bis fünf Sitzungen bis er die Diagnose F 64.0 als gesichert stellt. Dann heißt es für die Betroffenen sich gewissen Untersuchungen zu unterziehen, ob nicht doch eventuell eine Intersexualität vorliegen kann. Zur Diagnose hierzu wird oftmals ein Frauenarzt hinzugezogen. Manchmal wird dann eine Überweisung zum Radiologen ausgestellt um abzugleichen ob nicht doch im Verborgenen eine Intersexualität vorliegt. Sollte dies dann nicht vorliegen so stellt der Psychologe oder Psychiater die Indikation zur hormonellen Behandlung aus. In der Regel suchen Betroffene dann zur Behandlung einen erfahrenen Endokrinologen auf. Bis dahin dauert es je nach Terminvergabe oftmals ein halbes Jahr und länger. Was ist für die Betroffenen eine extrem schwere Zeit, da sie ja nach dem Transsexuellengesetz schon als Frau leben sollen aber über diesen Zeitraum noch keine gegengeschlechtliche Maßnahmen bzw hormonelle Behandlung erhalten. Diese Zeit wird von den Betroffenen oft als extrem belastend bezeichnet!

Bart Epilation

Die Indikation zur Epilation wird oftmals erst nach einem halben Jahr geschrieben. Wenn man dann die Indikation in seinen Händen hat wird in diese an die Krankenkasse geschickt zur Weiterleitung an MDK. App ist zu empfehlen die Indikation in einem separaten Umschlag zu stecken und darauf zu schreiben nur zu öffnen vom MDK. Die Krankenkasse darf diesen dann nur verschlossen an MDK weiterleiten. Obwohl die Diagnose fachkundig von einem erfahrenen Arzt als gesichert gestellt wurde, kommt es doch immer wieder vor, dass das MDK die Bartepilation ablehnt. Meist ist es dann so dass der fachkundige Psychologe oder Psychiater beim MDK Widerspruch einlegt und wann im zweiten Gang die Bart Epilation zugestimmt wird. Immer wieder wird unterschiedlichste darüber von Betroffenen berichtet.

Namens- und Personenstandsänderung 

Wenn alles gut läuft können Betroffene wenn sie dann wollen schon im ersten Jahr ihre Namens- und Personenstandsänderung beantragen. Dies wird meistens nach der Genehmigung der Bart Epilation bei Transfrauen beantragt. Allerdings ist eine Bart Epilation dazu natürlich nicht erforderlich. Aber in der Regel wird dies von Transfrauen gemacht, da es für sie wie eine Befreiung ist die Gesichtsbehaarung zu verlieren. Wie bereits vorhergehend erwähnt sind dazu zwei Gutachten erforderlich. Das Gericht benennt dazu zwei Gutachter in die jeweils ein psychologisches Gutachten erstellen. Nicht selten sind die Kosten je Gutachten bei 1200 €. Dazu kommen dann noch die Gerichtskosten. Liegen die Gutachten dem Gericht vor so wird der Betroffene zur Anhörung bestellt. Danach entscheidet das Gericht über den Antrag. Betroffene erhalten dann nach einigen Tagen oder Wochen den Beschluss per Post. Hat man nun diesen Beschluss erhalten so kann man sofort seine Dokumente, wie z.b. Personalausweis, Führerschein, Bankkarte, und so weiter ändern lassen. Sofern die Personenstandsänderung mit beantragt wurde geht in diese Änderung automatisch in die Geburtsurkunde ein. Was kann bis zu 3 Monaten eventuell dauern. Wer möchte, kann dann bei den jeweiligen Geburtsort seine Geburtsurkunde anfordern. Diese ist natürlich nicht unentgeltlich!

Geschlechtsangleichende Operation

In der Regel beantragen dann Betroffene ihre geschlechtsangleichende Operation. Dies ist natürlich jedem selbst überlassen. Das Prozedere ist ähnlich wie bei der Bart Indikation. Der behandelnde Psychiater oder Psychologe schreibt eine Indikation zur geschlechtsangleichenden Operation. Diese wird dann wiederum an die Krankenkasse zur Weiterleitung an das MDK. Wie auch bei der Indikation zur Bart Epilation sollte auch hierbei die Indikation in einem separaten Umschlag gesteckt werden und darauf gekennzeichnet werden, dass der Brief nur durch das MDK zu öffnen ist. Hat das MDK in der Vergangenheit der Bart Epilation zugestimmt, wird in der Regel auch die geschlechtsangleichende Operation genehmigt. Es ist darauf zu achten, dass Maßnahmen zur geschlechtsangleichenden Operation erst nach Zusage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse vollzogen werden. Man läuft sonst Gefahr entstandene Kosten selbst leisten zu müssen. Zudem kann das in den Verfahrensablauf beeinträchtigen und zur Ablehnung führen. Natürlich kann man in dieser Zeit sich schon informieren in welchen Kliniken in die geschlechtsangleichende Operation durchgeführt werden und dort wo kostenlose Beratungsgespräche angeboten werden in Anspruch nehmen. Hat das MTK den Antrag zur Kostenübernahme der geschlechtsangleichende Operation zugestimmt, sollte die Krankenkasse die Kostenübernahme tragen. Die Kostenzusage der Krankenkasse erhält man dann schriftlich per Post. Manche Krankenkassen rufen zudem Betroffene im Vorfeld schon an und teilen diese Zusage mit. Meist ist die schriftliche Kostenzusage für ein halbes Jahr gültig. Das kann je nach Klinik schwierig sein einzuhalten. Sollte einen Termin über die Frist von einem halben Jahr hinausgehen, so empfiehlt es sich der Krankenkasse sofort mitzuteilen wann der Operation Termin geplant ist und somit um Fristverlängerung bittet. Die Fristverlängerung sollte man sich natürlich wiederum schriftlich bestätigen lassen.


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